VERUCCHIO


 



HISTORISCHER ÜBERBLICK-VERUCCHIO

Das in hydrografischer Hinsicht rechts des Marecchia gelegene Verucchio verdankt seinen Namen (aufgrund seiner orografischen Besonderheiten) wahrscheinlich dem umbrischen Ausdruck für Vorsprung Verruca.  Der Weg, der sich mit den anthropologischen Siedlungen beschäftigt, beginnt idealerweise mit dem Städtischen Archäologischen Museum, dem Museo Civico Archeologico, das im ehemaligen Konvent Sant'Agostino untergebracht ist. Hier sind zahllose wertvolle Fundstücke ausgestellt, die bei Grabungsarbeiten in der Umgebung des heutigen Ortes entdeckt wurden. Sie stammen aus dem IX. und VI. Jh v. Chr. (Eisenzeit), der Blütezeit der Villanova-Kultur und, später, der Zeit der Etrusker.  Nachdem Verucchio schon unter den Römern als Siedlung existierte, nahm es später im Mittelalter dank der Herrschaft der Malatesta eine äußerst wichtige Stellung ein. Dante erinnert an sie in seiner Göttlichen Kommödie   …indem sie von den Bergen aus ihre verderbliche Herrschaft ausübten, machten sie Verucchio zu ihrer Wiege … Geschichtlichen Quellen zufolge soll Otto I. den Ort Ulderico di Carpegna als Schenkung vermacht haben - später ging er, nachdem er kurzzeitig zu den Besitzungen der Kirche von Rimini gehörte,  in die Hände der Malatesta über. 1462 ergriff Federico da Montefeltro mit betrügerischen Mitteln Besitz von der als Fortezza del Sasso bezeichneten Festung mit dem quadratischen Turm, la Torre Quadrata, im Innern. Aus der gleichen Zeit wie die Festung stammt auch das Kloster der Benediktiner-Klarissinnen, die ehemalige Festung Rocca del Passerello. Bezugnehmend auf diesen Zeitraum verwandelt sich jedes Jahr im Sommer das historische Ortszentrum zurück in ein Stück mittelalterlicher Geschichte, wo die vier Stadtviertel Piazza, Sant'Andrea, Passerello und Faggiola um die vom Signor del Sasso ausgesetzten Preise und Ehrungen wettstreiten. Der Herrschaft der Familie Montefeltre wurde vom Kirchenstaat ein Ende gesetzt, später kamen als neue Herren Cesare Borgia, die Della Rovere, die Republik Venedig, dann von neuem der Kirchenstaat und schließlich die Medici. Der Weg hingegen, der den religiösen Stätten gewidmet ist, bietet die Möglichkeit, außer dem schon erwähnten Nonnenkloster im Gebiet Passerello weitere bedeutende Kirchen mit herrlichen Kunstwerken zu besichtigen.  Da wären zum Beispiel die Kollegiatskirche, die Kirche del Suffragio, die Kirche Sant'Agostino und die alte romanische Pfarrkirche San Martino in Verucchio. Nicht zu vergessen der Franziskanerkonvent der Frati Minori in Villa Verucchio, wo eine jahrhundertealte Zypresse steht, die angeblich der Heilige Franz von Assisi hier angepflanzt haben soll.